Die Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford ist 30 Jahre alt geworden. Feldwerk war am 30. September 2026 beim Sommerfest zum Jubiläum dabei – seit einigen Jahren sind wir Teil dieses regionalen Wirtschaftsnetzwerks.
Dreißig Jahre regionales Wirtschaftsnetzwerk
Gegründet wurde die IWKH am 9. September 1996 als Zusammenschluss von Unternehmen, Politik, Verwaltung und Verbänden. Heute zählt sie rund 430 Mitglieder und ist damit das größte aktive Wirtschaftsnetzwerk in Ostwestfalen-Lippe.
Was dahintersteht, ist unspektakulär und wirksam zugleich: Menschen aus der Region treffen sich, tauschen Wissen aus und bringen Vorhaben zusammen, die allein nicht zustande kämen. Dreißig Jahre lang.
Dreißig Jahre Netzwerken – was daraus entsteht
Dreißig Jahre IWKH sind vor allem dreißig Jahre Netzwerken. Was daraus wächst, lässt sich schlecht planen und noch schlechter in einer Kennzahl abbilden: Aus regelmäßigen Begegnungen sind in unserer Mitgliedschaft Freundschaften geworden. Aus Sitznachbarn beim Abendessen wurden Kollegen, mit denen man sich auch zwischen den Terminen austauscht. Und aus beiläufigen Gesprächen sind geschäftliche Beziehungen entstanden, die bis heute tragen.
Das klingt nach Nebensache und ist in Wahrheit der Kern. Ein regionales Wirtschaftsnetzwerk funktioniert nicht über Mitgliederlisten, sondern darüber, dass man sich kennt und einander etwas zutraut. Wer schon einmal an einem Tisch saß, greift beim nächsten Vorhaben eher zum Telefon – und genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob aus einer guten Idee ein Projekt wird oder nicht.
Wer dreißig Jahre durchhält, hat mehr als einen Konjunkturzyklus gesehen. Netzwerke dieser Art überstehen gute wie schlechte Jahre, weil sie nicht an einzelnen Vorhaben hängen, sondern an den Menschen, die sie tragen – und weil sich der Nutzen erst über die Zeit zeigt.
„… denn Wirtschaft lebt vom Wir.”
So lautet der Leitsatz der Initiative, und er trifft ziemlich genau das, was auch unsere Arbeit trägt.
Eine Blühfläche entsteht nicht am Schreibtisch. Sie entsteht, weil ein Landwirt aus der Region seine Fläche zur Verfügung stellt, weil ein Unternehmen die Patenschaft übernimmt, weil ein Imker sein Bienenvolk dorthin bringt und weil jemand über die Saison hinweg hinschaut, was daraus wird. Keiner dieser Schritte funktioniert ohne die anderen.
Genau deshalb ist regionale Verankerung für uns keine Marketingformel. Unsere Flächen liegen in Ostwestfalen-Lippe, die Menschen, die sie bewirtschaften, auch. Ein Netzwerk, in dem man sich kennt, macht solche Vorhaben nicht nur angenehmer, sondern überhaupt erst möglich.
Zwei Veranstaltungen mitgestaltet
Mitgliedschaft heißt für uns nicht, zu Veranstaltungen zu kommen und wieder zu gehen. Zwei Veranstaltungen der IWKH haben wir inzwischen mitgestaltet.
Beim Unternehmerfrühstück bei der Creditreform in Löhne haben wir einen Vortrag zum Thema Biodiversität gehalten – vor Menschen, die beruflich mit Zahlen und Risiken zu tun haben und für die Artenvielfalt zunächst ein weiches Thema ist. Gerade dort lohnt sich das Gespräch, weil naturbezogene Risiken in der Bewertung von Unternehmen längst eine Rolle spielen.
Die zweite Veranstaltung fand bei unserem Imker in Löhne statt. Dort haben wir die Arbeit von Feldwerk an dem Ort vorgestellt, an dem sie tatsächlich stattfindet: an den Bienenvölkern. Das hat bestätigt, was wir auch bei unseren eigenen Formaten erleben – Biodiversität kommt anders an, wenn man nicht darüber spricht, sondern etwas davon zeigt.
Das ist der Grund, warum wir unsere eigenen Veranstaltungen am liebsten draußen machen. Eine Blühfläche erklärt sich auf der Fläche besser als in jeder Präsentation, und die interessantesten Fragen kommen ohnehin nicht während des Vortrags, sondern danach.
Was wir aus dem Netzwerk mitnehmen
In den Jahren unserer Mitgliedschaft sind aus Gesprächen Patenschaften geworden, aus Kontakten gemeinsame Projekte. Mehrere der Unternehmen, die heute eine Blühfläche bei uns verantworten, haben wir über regionale Netzwerke kennengelernt – nicht über Werbung.
Das ist die Art von Wirkung, die sich schlecht in einer Kennzahl abbilden lässt und trotzdem zählt. Sie ist auch der Grund, warum wir anderen Unternehmen raten, sich in ihrer Region einzubringen, bevor sie über Reichweite nachdenken.
Herzlichen Glückwunsch
Danke an alle, die die IWKH über drei Jahrzehnte getragen haben, und Glückwunsch zum Jubiläum. Wir freuen uns auf die nächsten Gespräche, Ideen und gemeinsamen Vorhaben – nachzuverfolgen auch auf LinkedIn.
Biodiversität als Thema für Ihr Unternehmen
Sie sind selbst in einem regionalen Wirtschaftsnetzwerk aktiv und überlegen, wie Biodiversität in Ihrem Unternehmen konkret werden kann? Einen Überblick geben die Seiten Blühpatenschaft für Unternehmen und alle Patenschaften. Oder sprechen Sie uns direkt an – am liebsten bei Gelegenheit persönlich.

