Jedes Insekt zählt – Jeder kann mitmachen – Jetzt mit dem eigenen Insektengarten zum Artenretter werden!
Die Vielfalt der Insekten und der Artenrückgang sind erschreckend. Ein Insektengarten ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, mehr Artenvielfalt direkt im eigenen Garten zu fördern.
In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten laut NABU um über 75 Prozent zurückgegangen. Niemand kann sagen, welche Art eine zuviel ist! Unser ökologisches Gleichgewicht ist gefährdet! Schafft jetzt mit Hilfe von unseren Tips einen Insektengarten. Viele weitere Informationen findest Du zusätzlich noch auf dieser Seite: Feldwerk-Blühpatenschaft
Insekten sind bedroht!
Wir müssen handeln! In Deutschland sind laut NABU 547 Wildbienenarten nachgewiesen, und mehr als die Hälfte davon steht auf der Roten Liste. Der BUND schlüsselt auf: 39 Arten sind bereits ausgestorben, 31 vom Aussterben bedroht und 197 gefährdet. Jede Art, die verschwindet, reißt eine Lücke, die sich nicht von selbst schließt.
Jeder von Euch kann helfen, dem Artensterben entgegenzuwirken – entweder durch Naturschutzprojekte mit Feldwerk oder durch unsere Tipps und Tricks für den eigenen Garten. Mit einem naturnah gestalteten Insektengarten schaffst du wertvolle Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber.
Gründe für das Artensterben
Klimawandel
Pflanzen blühen immer früher, Insekten schlüpfen aber nicht automatisch mit. Wo Blüte und Schlupf auseinanderlaufen, finden Wildbienen bei ihrem ersten Ausflug nichts zu fressen. Dazu kommen längere Trockenperioden: Vertrocknet die Blühfläche im Juli, fehlt die Nahrung genau dann, wenn die zweite Generation unterwegs ist.
Intensive Landwirtschaft – Monokulturen
Auf großen, einheitlich bestellten Flächen blüht alles gleichzeitig – und danach wochenlang nichts mehr. Feldraine, Hecken und Brachen, die früher als Rückzugsraum dienten, sind vielerorts verschwunden. Pflanzenschutzmittel treffen zusätzlich nicht nur die Zielarten, sondern auch Bestäuber.
Zunehmende Flächenversiegelungen
Jeder Tag bringt in Deutschland neue Straßen, Gewerbegebiete und Parkplätze. Versiegelter Boden bietet weder Nistplatz noch Nahrung, und die verbleibenden Grünflächen liegen oft so weit auseinander, dass Wildbienen mit ihrem begrenzten Flugradius nicht mehr zwischen ihnen wechseln können. Aus Lebensraum werden Inseln.
WER und WAS können wir tun?
INSEKTENGARTEN: Tipps und Tricks. Noch mehr Ideen findest du beim NABU: Insektengarten gestalten
Schon kleine Maßnahmen machen deinen Insektengarten zu einem wichtigen Beitrag für den Artenschutz.
Die 10 Maßnahmen im Überblick: artenreiche Blühfläche säen · Totholz liegen lassen · mähfreier Mai · Nisthilfen anbieten · Nisthügel anlegen · auf Pflanzenschutzmittel verzichten · Wasserstelle einrichten · bienenfreundliche Stauden pflanzen · Laub und Stängel über den Winter stehen lassen · Gartenbeleuchtung reduzieren
Was mache ich wann? Der Insektengarten durchs Jahr
- Blühfläche säen
- Nisthilfen aufhängen
- Wasserstelle anlegen
- Mähfreier Mai: einfach wachsen lassen
- Wasserstelle auffüllen
- In Etappen mähen
- Nicht spritzen
- Zweiter guter Zeitpunkt zum Säen
- Nisthügel anlegen
- Laub und Stängel liegen lassen
Artenreiche mehrjährige Blühflächen anlegen
Am Ende zählt jeder Quadratmeter artenreicher Lebensraum. Besorgt euch artenreiches Saatgut zum Beispiel bei uns im Shop und legt im Frühjahr oder Herbst damit Blühflächen an.
Totholz – Lebensraum statt Abfall
Einfach mal Holzschnitte liegen lassen! Altes Holz wird schnell zur wertvollen Heimat für Wildbienen, Käfer und viele andere Insekten. So entstehen ganz nebenbei natürliche Nistplätze – und ihr spart euch den Weg zum Bauhof und die Entsorgungskosten. Win-win für Mensch und Natur!
Mähfreier Mai – Natur einfach wachsen lassen
Lasst die Natur im Mai einfach wachsen – das spart Arbeit und bietet vielen Insekten Schutz und Lebensraum. Wenn doch gemäht wird, dann bitte in Etappen und mit Rücksicht: Randstreifen stehen lassen und die Schnitthöhe auf 10–12 cm einstellen. Noch besser: auf Messerbalken-Mähwerke setzen – die schonen doppelt so viele Insekten wie Rotationsmäher. Jeder Quadratmeter zählt!
Nisthilfen für Insekten – Vielfalt unterstützen
Viele Insektenarten sind auf passende Nistplätze angewiesen. Dabei hat jede Art ganz eigene Ansprüche. Ob Wildbienen, Schlupfwespen oder Käfer – sie alle bevorzugen unterschiedliche Materialien und Lochgrößen. Wer Insekten helfen möchte, sollte deshalb möglichst vielfältige Nisthilfen anbieten. Besonders nachhaltig: selbst bauen! So lässt sich die Qualität und richtige Ausgestaltung am besten sicherstellen – und man lernt nebenbei viel über die spannenden Bedürfnisse unserer kleinen Gartenhelfer.
Nisthügel für Insekten – Lebensraum leicht gemacht
Nisthügel bieten Wildbienen, Käfern und anderen Insekten ideale Brut- und Rückzugsplätze. Einfach anlegen: Sand, Lehm, Totholz und Steine schichten, sonnig platzieren und in Ruhe lassen. Wichtig: keine Bepflanzung, damit die Insekten freie Nistflächen vorfinden. So entsteht ohne großen Aufwand ein kleines Insektenparadies! Wer lieber etwas Fertiges aufhängt, findet bei uns Insektenhotels und Nisthilfen.
Kein Pflanzenschutz – großer Schutz für Insekten
Verzichtet auf chemischen Pflanzenschutz! Ein einfacher Schritt mit großer Wirkung. Pestizide und Herbizide schaden nicht nur „Schädlingen“, sondern auch wichtigen Bestäubern wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen. Gesunde Pflanzen und ein lebendiger Garten brauchen keine Chemie – die Natur regelt vieles von selbst!
Wasserstellen – kleine Oasen für Insekten
Unsere Insekten brauchen Wasser! Mit einer Wasserstelle helft ihr Bienen, Schmetterlingen und anderen Tieren durch trockene Tage. Einfach eine flache Schale mit Wasser füllen, kleine Steine oder Holzstücke als Landehilfe hineinlegen und regelmäßig nachfüllen. So wird euer Garten zur Trinkstation und Lebensraum-Erweiterung für viele nützliche Insekten. Noch mehr Wirkung hat eine eigene Blühfläche – siehe Blühpatenschaft.
Bienenfreundliche Stauden – Blühende Vielfalt für Insekten
- Salbei – blüht Mai bis Juli
- Wiesenschafgarbe – blüht Juni bis Oktober
- Sonnenhut (Rudbeckia) – blüht Juli bis Oktober
- Glockenblumen – blühen Juni bis August
- Phazelie – blüht Juni bis September, einjährig und gut zum Nachsäen
- Flockenblume – blüht Juni bis September
Laub und Stängel über den Winter stehen lassen
Der aufgeräumte Garten im Herbst kostet Insekten das Quartier. In hohlen Stängeln überwintern Wildbienenlarven, unter Laub verstecken sich Käfer, Florfliegen und Igel. Schneidet Stauden erst im Frühjahr zurück und lasst Laub unter Hecken und Sträuchern liegen. Das spart Arbeit und rettet eine ganze Generation.
Gartenbeleuchtung reduzieren
Künstliches Licht zieht nachtaktive Insekten an und lässt sie bis zur Erschöpfung kreisen – ein unterschätzter Faktor beim Insektenschwund. Schaltet Außenlicht nur ein, wenn ihr es braucht, nutzt Bewegungsmelder und warmweiße Leuchtmittel unter 3.000 Kelvin, und richtet Strahler nach unten statt in den Himmel.
Videos: Inspiration und Bienenwissen
Zwei kurze Videos – Ideen für den eigenen Insektengarten und Bienenwissen kompakt.
(Wild-) Bienenwissen
Kleine Facts zu unseren Freunden! Noch mehr Wissenswertes findet ihr hier: Wildbienen und Honigbienen
Wo leben und brüten Bienen?
🐝 Honigbienen leben in Bienenstöcken oder in hohlen Bäumen. Wildbienen suchen sich kleine Höhlen, Erdlöcher oder bauen ihre Nester in Holz oder Pflanzenstängeln.
Was ist der Unterschied zwischen Honigbienen und Wildbienen?
🍯 Honigbienen leben in großen Gruppen und machen Honig. Wildbienen leben meistens alleine und machen keinen Honig – aber sie helfen genauso fleißig bei der Bestäubung!
Was fressen Bienen?
🌸 Bienen trinken süßen Nektar aus Blumen für Energie und essen Pollen, um stark zu bleiben. Manche Wildbienen mögen nur ganz bestimmte Pflanzen!
Warum sind Bienen wichtig?
🌍 Ohne Bienen gäbe es weniger Obst und Gemüse! Sie helfen, Pflanzen zu bestäuben, damit neue Früchte wachsen können. Außerdem machen Honigbienen leckeren Honig.
Wie groß sind Bienen?
📏 Bienen sind unterschiedlich groß. Honigbienen werden etwa 1 bis 1,5 Zentimeter lang. Wildbienen gibt es in vielen Größen – manche sind sogar kleiner als ein Reiskorn!
Wie weit fliegen Bienen pro Tag?
✈️ Bienen sind echte Flugprofis! Sie fliegen bis zu 10 Kilometer weit, um Nektar und Pollen zu sammeln. An einem Tag können sie mehrere hundert Blüten besuchen!
Was ist der Unterschied zwischen einer Biene und einer Wespe?
Bienen sind meist rundlicher, behaart und haben eine eher bräunlich-gelbe Färbung, während Wespen schlanker, glänzender und schwarz-gelb gestreift sind. Bienen sind wichtige Bestäuber und ernähren sich vor allem von Blütennektar und Pollen. Wespen hingegen sind auch Fleischfresser, fressen andere Insekten und bedienen sich gerne an süßen Speisen. Zudem können Wespen mehrfach stechen, während eine Honigbiene nach einem Stich stirbt.
Häufige Fragen zum Insektengarten
Wie groß muss ein Insektengarten sein?
Es gibt keine Mindestgröße. Ein sonniger Balkonkasten mit heimischen Stauden, eine Wasserschale und ein Stück Totholz wirken bereits. Entscheidend ist nicht die Fläche, sondern die Kombination aus Nahrung, Nistplatz und Wasser.
Wann lege ich eine Blühfläche am besten an?
Es gibt zwei gute Zeitfenster: Frühjahr von März bis Mai und Herbst von September bis Oktober. Die Herbstaussaat hat den Vorteil, dass viele heimische Arten die Kälte zum Keimen brauchen.
Welche Pflanzen nützen Insekten wenig?
Gefüllte Blüten wie viele Zuchtrosen oder Geranien sehen üppig aus, liefern aber kaum Pollen und Nektar – die Staubblätter sind zu Blütenblättern umgezüchtet. Auch exotische Ziergehölze und der klassische kurzgeschorene Rasen bringen wenig.
Was mache ich im Winter?
Am besten nichts. Laub unter Hecken liegen lassen, Stauden stehen lassen, Totholz nicht wegräumen. In hohlen Stängeln überwintern Wildbienenlarven, unter dem Laub Käfer und Florfliegen. Aufgeräumt wird erst im Frühjahr.
Brauche ich ein Insektenhotel?
Es hilft, ersetzt aber keine Nahrung. Ein Insektenhotel ohne blühende Pflanzen im Umkreis bleibt leer. Sinnvoll ist die Kombination: erst Blühfläche und Wasser, dann Nisthilfen.
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